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Meine Medienkindkeit und -jugend

Können Sie sich eigentlich noch an die Zeit erinnern, als es nur drei bzw. vier Programme gab? Eine Zeit als die Fernsehhighlights „Der große Preis“ und „Lemmy und die Schmöker“ waren. Eine Zeit in der man, wenn man abends vor dem Fernseher einschlief, vom sanften Ton des Testbildes geweckt wurde. 1980 kamen dann die ersten Privaten auf und ich war so froh das meine damalige Freundin im Rahmen eines Pilotprojektes einen Kabelanschluss hatte. Ich hab zu der Zeit so ziemlich alles aufgesaugt was es so gab: MacGuyver, das A-Team, Knight Rider und vieles mehr.

Das war auch die Zeit in der Computer Atari, Commodore oder Sinclair hießen und unsere Computerspielerlebnisse sich auf „Space Invaders“, „Lunar Lander“ und „PacMan“ beschränkten.

Einen C64  hätte ich damals auch gern gehabt, aber das lag jenseits der finanziellen Möglichkeiten meiner Eltern oder vielleicht wollten sie es mir auch einfach nicht kaufen. Glücklicherweise gab es einige Freunde, die über einen ersten Heimcomputer verfügten und so verbrachte ich meine Zeit auch gern mit Computerspielen außer Haus.

 


10.3.1973


cc-Foto: Ed Stastny; www.flickr.com/photos/oed 

 


cc-Foto: Xavier Caballe; www.flickr.com/photos/xcaballe 

Ich weiß noch, als ich 1986 meinen ersten Videofilm drehen wollte. Damals hatte selbstverständlich noch niemand im Bekanntenkreis eine Videokamera, die ich mir hätte ausleihen können. Das einzige was im Bekanntenkreis vorhanden war, war der Video2000 Rekorder, den sich ein Klassenkamerad von seinem Kommunionsgeld gekauft hatte (Ich weiß nicht mehr, wie oft ich damals „Kampfstern Galactica“ und „Untergang der Poseidon“ gesehen habe, weil ja auch die Kassetten sehr teuer waren und somit die Auswahl an vom Fernsehen mitgeschnittenen Filmen eher begrenzt war). Meine Rettung war dann der Landesfilmdienst, wo ich mir über den Umweg über einen Sozialarbeiter eine Videokamera ausleihen konnte. Das war noch eine Röhrenkamera mit externem Rekorder, aber für mich damals ein echter Schatz. Geschnitten wurde dann von Rekorder zu Rekorder mit der Pausentaste und den unweigerlichen Bildzusammenbrüchen an den Schnittpunkten.


Dreharbeiten zu dem Film "Projekt DEF" 1990 - schon auf Video8

Irgendwann Mitte der 90er hatte ich dann erst meinen ersten Computer und natürlich auch gleich ein Modem, dessen Anschluss ich jeweils mit dem Stecker des Telefons an der Buchse tauschen musste, wenn ich mit "ungeahnter" Geschwindigkeit ins Internet wollte. Ich habe mir dann auch relativ schnell eine eigene Domain registrieren lassen und mit einfachsten Mitteln eine Internetseite angelegt. Nein „googeln“ ging noch nicht, im Internet gesucht habe ich mit „altavista“ und „metager“ (letzteres benutze ich auch heute noch ab und an).
 


Tokio / Shinjuku 1995

Das war dann auch ungefähr die Zeit als ich mir das erste Handy zugelegt habe. Ich war fasziniert als ich 1995 während meines Urlaubs in Hongkong und Japan unglaublich viele Menschen gesehen hatte, die ständig „irgendwas am Ohr“ hatten. Um nicht ganz so aufzufallen hatte ich mir da sogar meinen kleinen analogen Fotoapparat an mein Ohr gehalten und vor mich hin gemurmelt. Ich weiß gar nicht mehr, was mein erstes Handy so alles konnte, aber die ständige Erreichbarkeit fand ich klasse und irgendwie war es auch cool zu der Zeit, in der noch nicht so viele Menschen ein Handy hatten. Ich würde lügen, wenn ich nicht zugeben würde, dass ich das Handy auch mal gerne in der Kneipe oder bei einer Besprechung angeberisch auf dem Tisch platziert habe.
 

Ich bin Jahrgang 1966 und wenn ich so darüber nachdenke, schon ganz glücklich all diese Entwicklungen miterlebt zu haben. Heute schneide ich digital am Computer, gehe mit 6000MB ins Internet, schreibe Wikipedia Artikel, blogge in mehreren Blogs und nutze viele der neuen Anwendungen. Nein, ich bin nicht in erster Linie technikbegeistert und gar technikverrückt – es ist vielmehr so das ich den Nutzen für meine Kommunikation und meine Informationsbeschaffung gefunden habe. Aber ich suche mir auch nur die Anwendungen heraus, die mir nützlich sind und ich bin bestimmt in manchen Bereichen gerne noch altmodisch. So habe ich immer noch einen Kalender in Papierform und telefoniere manchmal lieber, bevor ich eine Mail verschicke.


Durch meine Arbeit als Medientrainer und sicher auch geprägt durch meine eigenen beiden Söhne (Jahrgang 1990 und 1999) bin ich ständig weiter mit neuen Anwendungen, Trends und Möglichkeiten konfrontiert. Ich bemühe mich dabei immer offen für neues zu sein und grade wenn es um die Anwendungen die Kinder und Jugendliche beschäftigen geht, bin ich immer interessiert und neugierig.
 

 

 

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