ruckel.info
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Ich weiß noch, als ich 1986 meinen ersten Videofilm drehen wollte. Damals hatte selbstverständlich noch niemand im Bekanntenkreis eine Videokamera, die ich mir hätte ausleihen können. Das einzige was im Bekanntenkreis vorhanden war, war der Video2000 Rekorder, den sich ein Klassenkamerad von seinem Kommunionsgeld gekauft hatte (Ich weiß nicht mehr, wie oft ich damals „Kampfstern Galactica“ und „Untergang der Poseidon“ gesehen habe, weil ja auch die Kassetten sehr teuer waren und somit die Auswahl an vom Fernsehen mitgeschnittenen Filmen eher begrenzt war). Meine Rettung war dann der Landesfilmdienst, wo ich mir über den Umweg über einen Sozialarbeiter eine Videokamera ausleihen konnte. Das war noch eine Röhrenkamera mit externem Rekorder, aber für mich damals ein echter Schatz. Geschnitten wurde dann von Rekorder zu Rekorder mit der Pausentaste und den unweigerlichen Bildzusammenbrüchen an den Schnittpunkten.
Irgendwann Mitte der 90er hatte ich dann erst meinen ersten Computer und natürlich auch
gleich ein Modem, dessen Anschluss ich jeweils mit dem Stecker des
Telefons an der Buchse tauschen musste, wenn ich mit "ungeahnter"
Geschwindigkeit ins Internet wollte. Ich habe mir dann auch relativ
schnell eine eigene Domain registrieren lassen und mit einfachsten
Mitteln eine Internetseite angelegt. Nein „googeln“ ging noch nicht,
im Internet gesucht habe ich mit „altavista“ und „metager“
(letzteres benutze ich auch heute noch ab und an).
Ich bin Jahrgang 1966 und wenn ich so darüber nachdenke, schon ganz glücklich all diese Entwicklungen miterlebt zu haben. Heute schneide ich digital am Computer, gehe mit 6000MB ins Internet, schreibe Wikipedia Artikel, blogge in mehreren Blogs und nutze viele der neuen Anwendungen. Nein, ich bin nicht in erster Linie technikbegeistert und gar technikverrückt – es ist vielmehr so das ich den Nutzen für meine Kommunikation und meine Informationsbeschaffung gefunden habe. Aber ich suche mir auch nur die Anwendungen heraus, die mir nützlich sind und ich bin bestimmt in manchen Bereichen gerne noch altmodisch. So habe ich immer noch einen Kalender in Papierform und telefoniere manchmal lieber, bevor ich eine Mail verschicke.
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